
| > Höhepunkte > Tagebuch > Album > Gästebuch Die Überquerung der Vercors-Hochebene (Teil 1)
Die
Jagdsaison war längst angelaufen; und so weckten uns am
nächsten Morgen die Jäger mit ihren mit kleinen Glöckchen
behangenen Hunden. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht,
dass uns solche Hunde auf der ganzen weiteren Reise immer wieder
einen Streich spelen würden. Aladin und Joggi gewöhnten
sich nie an dieses Gebimmel und wurden jedesmal von neuem nervös.
Diesmal jedoch waren wir froh über die Störung; so
erwachten wir früh und konnten noch während des Sonnenaufgangs
abmarschieren. Es
lief alles wie geschmiert. Am Samstag erreichten wir im Laufe
des Nachmittags Villard-de-Lans und fanden auch auf Anhieb ein
Plätzchen für das Nachtlager. So hatten wir also noch
genügend Zeit, um die nötigen Einkäufe zu machen.
An diesem Abend war es wieder recht kalt, zu ungemütlich,
um im Freien zu kochen, fanden wir. Und so dinierten wir wieder
einmal in einem französischen Restaurant. Das sei jetzt
die Henkersmahlzeit, stellte Ruth trocken fest. Die Angst vor
Schnee und eisiger Kälte steckte tief. Es war tatsächlich
die letzte Gelegenheit, über den Vercors zu kommen.
Ein Risiko war es auf jeden Fall. Wenn etwas schief ginge - würde
uns in dieser Einsamkeit jemand finden? Wenn die Esel nicht weiter
konnten? Was, wenn sich der Wetterfrosch irrte, wenn Regen oder
Schnee einsetzte? Solche
Fragen kamen zwischdurch immer mal wieder auf und es brauchte
schon etwas Selbstmotivation um bei Laune zu bleiben. Wir wussten
nicht, was auf uns zukam. Es blieb uns nur das Vertrauen in die
Liebe Gottes. Dieses Vertrauen hatten wir; und es war gut so.
![]() Aufbruch in Villard-de-Lans im Morgengrauen. Arvo bei der Eselpflege. ![]() Der erste Teil der Plateau-Überquerung glich einem Sonntagsspaziergang Als
wir am Sonntag in aller Frühe unsere "sieben Sachen" zusammenpackten,
vermischten sich freudiges und banges Erwarten und sorgten für
eine angespannte Stimmung, die sich erst aufhellte, als wir nach
Corrençon die Teer-Strassen endgültig hinter uns
liessen. Es gab da auf den breiten Spazier-Highways nämlich
einiges an Ablenkung. Für die Touristen und Sonntagswanderer waren unsere "Eselein" DIE Attraktion.
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