FRANCAIS
ENGLISH
http://www.natura-integra.org
> Höhepunkte
> Tagebuch
> Album
> Gästebuch


Die Überquerung der Vercors-Hochebene (Teil 1)
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | weiter

Nebelmorgen
Der Abstieg nach...
Der Abstieg in den Midi (geografisch beginnt Südfrankreich am Südfuss des Vercors) begann mit strahlendem Bilderbuchwetter. Die Stimmung mit Sonnenschein und Nebelschwaden war einzigartig. Die Stille hier oben - kein einziger Laut. Wunderbar. Doch gerade diese Stille wurde uns zum Verhängnis. Während wir ruhig vorwärts marschierten, galoppierte Joggi plötzlich davon. Ruth musste das Führungsseil loslassen und Joggi hielt erst an, als ihm der Bastsattel seitlich nach unten rutschte und ihn so beim Galoppieren behinderte. Er war nicht mehr zu bremsen. Wenn er stillstand, spitzte er die Ohren, sicherte aufmerksam nach hinten rechts und wollte im nächsten Augenblick davonstürmen. Irgend ein Tier musste sich im Gebüsch bewegen oder uns sogar folgen. Scheinbar hörte das nur Joggi, denn Aladin war nicht aus der Rühe zu bringen - Gott sei Dank! Dafür war Joggi nicht zu beruhigen. Alles Zureden nützte nichts. Wir mussten ihn zu Zweit führen. So kamen wir wenigstens voran, Arvo mit Aladin voraus und Ruth und ich mit Joggi hinterher. Es dauerte bestimmt eine Stunde, bis sich die Situation normalisierte und wir einen Fresshalt machen konnten. Wir wissen nicht weshalb das geschah, vermuten jedoch, dass Joggi wegen der extremen Stille auf ein kleines Geräusch überempfindlich reagierte. Schliesslich steigerte sich die Angst in Panik.
Tierschädel Natur pur. Arvo findet am Wegrand den Schädel eines Steinbocks oder eines anderen grossen Wildtieres. Hier wird nichts von Menschenhand weggeräumt. Weitere Bilder im Fotoalbum  
Während des Weidehaltes stellte sich heraus, dass ich bei der ganzen Aufregung mit Joggi die Wanderkarte verloren hatte. Gerade jetzt, da sich unser Weg mehrmal gabeln wird. Wir hatten also keine andere Wahl, als uns auf die Intuition zu verlassen. Wir hatten ja die Route lange studiert und deshalb einigermassen im Kopf. Überdies hatte ich schon früh am Morgen den Berg am Horizont ausgemacht, an dessen Westflanke wir vorbeigehen mussten.
Westflanke Im Hintergrund sieht man den Berg, an dessen Westflanke wir hinabsteigen würden. Deutlich ist der schroffe Abbruch des Plateaus erkennbar.

1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | weiter





Die Eselreise in die Provence